BLOG EINTRAG #2 - Deutschland

It’s ON! Da bin ich nun also tatsächlich losgefahren. Eigentlich wollte ich schon ein paar Tage früher los, aber die ersten Tage gleich im strömenden Regen zu verbringen lasse ich mir gerne entgehen. So ist es nun ganz offiziell Mittwoch der 24.06.2015 geworden.
Der Abschied fiel nicht ganz leicht. Es waren nur meine Eltern da, aber ich genoss jede Minute, die durch kleine Ideen und Verbesserungen am Equipment und Fahrrad, herausgezögert werden konnte. Bis ich wirklich aus dem Hof herausrollte war es 15 Uhr, eine Uhrzeit, zu der man seine Tagesetappe auch schon mal beenden statt beginnen kann. Aufregung oder ein komisches Gefühl im Magen bleiben aus, zu groß ist die Freude, es nun wirklich anzugehen. Gleich auf den ersten Kilometern gibt es für das Bike die ersten Belastungsproben, da ich über Äcker und aufgerissene Straßen fahre. Sowieso hatte ich keine Zeit das Fahrrad zu testen, ich bin lediglich drei Mal (ohne Gepäck) die Straße hoch und runter. Es geht direkt zu Anfang den Spessart rauf, ich bin vollkommen untrainiert und teste sämtliches Kameraequipment aus. Umso erstaunlicher ist es, dass ich dennoch auf 65km komme. …okay, ich war auch bis 22.30 unterwegs und habe schließlich ein nettes Plätzchen unter einer Eisenbahnbrücke am Main gefunden.
Auch am zweiten Tag geht es mit einigen Höhenmetern weiter, sodass ich am dritten Tag, in Bamberg angekommen, deutliche Schmerzen im linken Knie verspüre. Dazu sollte man wissen, dass ich im linken Knie einen Knorpelschaden habe. Auch wenn, ich mit meinem Kumpel Jonas versuche, die Schmerzen mit diversen Bieren der Bamberger Privatbrauereien wegzutrinken, kann ich nachts sogar kaum noch nach Hause laufen. Nein, nicht wegen des Alkohols, sondern wegen seiner an diesem Abend nicht vorhandenen betäubenden Wirkung. Wohl zu wenig getrunken, verdammt! Also einen Tag später nochmal dasselbe, schon besser. Am Montag Morgen geht das Bike kurz in den Servicecheck und schon geht’s weiter. Das Wetter tut sein bestes mein Knie warm zu halten, zusätzlich versuche ich möglichst wenig mit Kraft zu erreichen, sondern mit hoher Trittfrequenz zu fahren und knacke damit auch problemlos zum ersten mal die 100km-Grenze. Mal teilt man sich den Stellplatz mit zwei Lehrern, die in die Slowakei zum Kajakfahren wollen, mal zeltet man auf einem Bauernhof, mal einfach irgendwo in der Wildnis. Highlight bisher ist jedoch der Fischereiverein Aitershofen: Ich war in Straubing, es war kurz vor halb acht und der (einzige) Campingplatz wollte sage und schreibe 11,50€ für die Nacht. Also fuhr ich einfach in das nächste Kaff, besorgte mir an der Tanke mein Feierabendbier und fragte, ob Wildcamping hier ein Big Deal sei. Nein, ist es nicht, aber ich soll doch mal an den Weier in der Nähe fahren. Dort angekommen saßen die Mitglieder des Fischereivereins Aitershofen und guckten etwas verdutzt, als der Fremde mit seinem Radel angerollt kam. Ob ich hier zelten könne, Ai selbstverständlie! Damit waren die 11,50 gespart und als Krönung versorgten sie mich noch mit kostenlosem, kaltem, nach dem Bayerischen Reinheitsgebot gebrautem Bier. Das ganze bei sommerlichen 21°C. Als die Herren gegangen waren und ich noch etwas die Bilder und Videos übertrug und fast auf dem Trockenen saß kam dann noch einer namens Richard von der Spätschicht vorbeigeschneit und meinte: „Eigentlie sitzt hia imma jemond“. An diesem Tag vielleicht nicht der, mit dem er gerechnet hatte, aber er behielt Recht und wir stießen noch auf den schönen Tag an. Petri Heil!
Am nächsten Tag ging es bei 36° nach Passau, wo ich bei Lea und ihrer WG (via Couchsurfing) unterkam. Ich wurde so lieb aufgenommen, dass ich sogar 2 Tage blieb und mich dann auf den Weg Richtung Österreich machte.
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