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#43 Peru

Der 24-jährige Dennis Kailing aus Gelnhausen, hatte den Traum einmal mit dem Fahrrad um die Welt zu fahren. Als er, damals noch in Berlin wohnend, seinen Job verlor, sah er es als ein Zeichen und begann mit der Vorbereitung. Als er seiner Mutter erzählte, dass er gerade vom Tropenarzt kommt und sich impfen lassen hat, drehte die sich nur um und sagte nüchtern zu seinem Vater „Ich glaub er meint’s ernst.“

Er kündigte seine Wohnung, schaffte seine Sachen zu seinen Eltern nach Gelnhausen und am 24. Juni 2015 machte er sich auf den Weg, ohne Erfahrung, ohne jemals auf einem Reisefahrrad gesessen zu haben, ohne zu wissen, ob sein Körper mitspielen wird. Nach ganzen drei Tagen hatte er solche Knieschmerzen, dass er nicht einmal mehr richtig laufen konnte. Er machte eine Pause, fuhr langsam weiter und seine Knie gewöhnten sich an die Belastung. Er fuhr immer Richtung Süd-Ost, verließ Deutschland, arbeitete sich durch Ost-Europa und erreichte in der Türkei den Bosporus und damit Asien.

Aufgrund von Kämpfen des Türkischen Militärs und der kurdischen Arbeiterpartei PKK im Osten der Türkei, wich er dem Kriegsgebiet aus und fuhr durch den Kaukasus über Georgien und Armenien in den Iran und stoß auf eine unvorstellbare Gastfreundschaft. Der LKW-Fahrer, der ihn begrapschen wollte und der Heroin-Abhängige, der ihm erzählte, dass er ihn töten wird, eher fragwürdige Randnotizen.

Per Fähre überquerte er den Persischen Golf, stellte fest, dass der Hype um Dubai unberechtigt ist, fuhr durch das Sultanat Oman bevor er per Flieger nach Nepal gelangte. Dort beantragte er seine Visa für Indien und Myanmar und genoss in der Wartezeit die Mystik Kathmandus. In Indien fühlte er sich teilweise, wie ein Affe im Zoo, da er als großer weißer Mann im absolut nicht touristischen Nord-Osten als „Exot“ dauerhaft angestarrt wurde.

Mit einem Special-Permit konnte er die einzige Grenze zwischen Indien und Myanmar überqueren, wo er Weihnachten verbrachte. Dort wurde er auch zum ersten Mal ernsthaft krank, wahrscheinlich eine Lebensmittelvergiftung. Die Situation zog ihn mental so sehr runter, dass er Myanmar schleunigst verlassen wollte. Also fuhr er einfach weiter, obwohl er vier Tage keine Nahrung zu sich nehmen konnte, bzw. diese den Körper auf direktem Weg wieder verließ. Mit dem Aussehen eines Zombies erreichte er das wunderschöne Thailand und füllte seinen Körper mit Kalorien aus Sticky Rice, Hühnchen und Bier wieder auf. Die Natur und die ausgelassene Stimmung auf den Inseln im Süden Thailands gefielen ihm so gut, dass er sein Visum bis zum letzten Tag ausreizte und fast etwas enttäuscht war, als er Malaysia erreichte.

Per Fähre erreichte er Sumatra und damit Indonesien. Er hatte das Paradies gefunden und genoss tagsüber die Sonne bei durchschnittlich 35°C und spielte am frühen Abend mit Kindern im Monsunregen fangen. Ein Unfall auf Bali mit einem unachtsamen Rollerfahrer, der frontal und ungebremst in das Fahrrad des Deutschen rauschte, hätte das Ende der Tour bedeuten können, aber außer Schürfwunden und Prellungen blieb er, sowie das Fahrrad relativ unbeschadet. Fahrrad, Fähre, Fahrrad, Fähre, Komodowaran, Fahrrad, Fähre und schon war er in Ost-Timor, einem der jüngsten Staaten unserer Erde. Bei Beginn seiner Tour träumte Dennis davon, dieses Land zu erreichen, hielt die Idee aber dennoch für absurd. Jetzt war er tatsächlich da. Er fuhr über total zerstörte Straßen, entdeckte wilde Leistenkrokodile in einem Fluss und kämpfte sich durch dichten Dschungel, wo er von den Urwaldbewohnern zu geräucherter Python und Flughundeintopf eingeladen wurde.

Nach diesem wilden Abenteuer, war das Erreichen Darwins in Australien einer der größten Schocks der Reise. „Westliche Welt“, Menschen, die wie Ameisen zu Supermärkten strömen und leblose Straßen.

Die Reise durchs Outback war eine Qual. Sein Aufladegerät funktionierte nicht mehr, seine extra Batterie war leer, keine Musik und teilweise gab es 400km kein Dorf, zudem bließ der Wind für 2500km in die falsche Richtung. Die Freude über das Erreichen der Ostküste hielt nur kurz an. Die Nahrungsversorgung war zwar nun wieder einfacher, es war jedoch Australischer Winter und wurde Richtung Süden immer kälter. Zudem wurde der Gegenwind immer schlimmer und peitschte ihm mit bis zu 55km/h ins Gesicht. Für 2800km. In Sydney hatte er das andere Ende der Welt erreicht und flog mit einwöchigem Stopover auf Hawaii nach Seattle, wo er seinen alten Mitbewohner Robert aus Berlin traf.

Zusammen fuhren sie die West-Coast der USA runter, lernten wie man ein Snipergewehr bedient, legten sich mehrfach mit der Poilzei an, bzw. diese mit ihnen, verbrachten ein Wochenende in einer Punk-Kommune in Portland und begegneten verwirrten Junkies in den Redwoods. In Nord-Kalifornien gingen sie dem Angebot nach, auf einer Cannabis-Farm zu helfen. Der Versuch die Dollars in Las Vegas zu verdoppeln misslang und nach 2 ½ Monaten trat Robert die geplante Heimreise an.

Nun wieder im Alleingang radelte der mittlerweile 26-jährige von Mexiko, durch Zentralamerika bis nach Panama. Ein Spießroutenlauf, den er erstaunlicherweise unbeschadet überstand: In Mexiko wurde ihm das Handy geklaut, dass er am nächsten Tag wieder in seinen Händen hielt, in Belize erlitt er erneut eine Lebensmittelvergiftung. Aufgrund eines Grenzübergangs, der kein richtiger Grenzübergang war, hielt er sich 3 Tage illegal in Guatemala auf, in El Salvador hielt er sich von der MS13 fern, in Honduras wollten ihn eine Kinderbande ausrauben, in Nicaragua wurde ihm mit der Machete gedroht und er fuhr durch eine Horde demonstrierender aufgebrachter Mototaxifahrer.

Per Flieger überquerte er die unpassierbare Darien-Gap und war in den Anden Kolumbiens und Ecuadors mitten in die Regenzeit geraten, d.h. Dauerregen bei teilweise einstelligen Temperaturen.

Die Wassermassen hatten im Norden Perus zu einer Katastrophe geführt und Straßen waren unbefahrbar. Mit einem Kostenlosen Flug der Luftwaffe Perus überflog er das Krisengebiet und suchte auf Straßen über 4500m ü. NN verzweifelt nach Luft, bevor er die weltberühmte Inka-Städte Machu Picchu erreichte. In Bolivien strampelte er bei Minus-Graden durch die Salzwüste, erklimm seinen letzten Berg der Anden und schlug erfolgreich zwei Trickdiebe in die Flucht, die sich als Immigrationsbehörde ausgegeben hatten. Von der Westseite Südamerikas fuhr er über Argentinien, Paraguay und Brasilien bis nach Rio de Janeiro, von wo er zum letzten Mal abhob und auf afrikanischen Boden landete, in Casablanca, Marrokko.

Der Endspurt hatte begonnen, er wollte nicht noch einen dritten Geburtstag ohne Freunde und Familie feiern müssen. Mit der Fähre überquerte er die Straße von Gibraltar, an der er noch am Vortag vom Marokkanischen Militär auf der Suche nach illegalen Einwanderern beim Wildcamping erwischt wurde. In Spanien traf er eine Frau, die spanisches Staatsgebiet besetzt und die Unabhängigkeit ausgerufen hatte. Dennis befand sich im „State Love“. Mit mehr als 100km pro Tag im Durchschnitt in den letzten Wochen erreichte er Frankreich, die Schweiz und letztendlich Deutschland.

Am Samstag den 22. Juli wurde er von Familie und Freunden in Gelnhausen-Haitz im Waldblick 7 empfangen, an dem Ort, an dem er vor 761 Tagen losgefahren war. 43.600km, 41 Länder, 6 Kontinente, 2350 Stunden im Sattel, 63 Platte Reifen, fast 300.000 Höhenmeter, das Ganze auf einem ca. 45 – 50 Kilo schweren Reiserad. Seine Beine waren müde, aber er war glücklich.

Die Gute Nachricht: Er filmte seine Abenteuer mit verschiedenen Kameras und sogar einer Drohne. Ein Blockbuster ist in Planung doch Qualität benötigt Zeit und Fleiß. Zusätzlich schrieb er jegliche lustigen, gefährlichen oder bizarren Geschichten in seinen Tagebüchern nieder und auch die Veröffentlichung eines Buches ist geplant. Folgen Sie ihm auf Facebook um auf dem Laufenden zu bleiben: Dennis Cycles The World 

#42 Ecuador
#41 Kolumbien
#40 Panama
#39 Costa Rica
#38 Nicaragua
#37 Honduras
#36 El Salvador
#35 Guatemala (2)
#34 Belize
#33 Guatemala (1)
#32 Mexiko (2)
#31 Mexiko (1)
#30 USA (3)
#29 USA (2)
#28 USA (1)
#27 Best Of (1)
#26 Australien (2)
#25 Australien (1)
#24 Timor-Leste
#23 Indonesien (2)
#22 Indonesien (1)
#21 Malaysia
#20 Thailand
#19 Myanmar
#18 Indien
#17 Nepal
#16 Oman
#15 VAE
#14 Iran (Bonus)
#13 Iran (2)
#12 Iran (1)
#11 Armenien
#10 Georgien
#9 Türkei (3)
#8 Türkei (2)
#7 Türkei (1)
#6 Bulgarien
#5 Serbien
#4 Ungarn
#3 Österreich
#2 Deutschland
#1 Vorbereitungen
BLOG #44 - BOLIVIA

In the Lake of Titicaca it crossed Peru's border with Bolivia and on the first evening there was a large parade with music and running groups with sumptuous costumes. A welcome celebration, just for me? Class! But apparently this seems relatively normal in Bolivia on weekends, because I saw some other moves, even in the smallest villages.

In the Lake of Titicaca, trucks, buses, cars, motorcycles and my bike were overshooted over the lake's strait in over-sized fishpins before heading to La Paz, the world's highest government seat. Government seat, not capital city. There I lived with a teacher from Gelnhausen, who discovered my couching account and invited me when I was in Australia, i. About a year later I could follow the invitation. At dinner with some other German teachers, I got a taste for home. Oh my God!
After a walk across the witch market of La Paz, among other things, Dried llama fetuses used for spiritual ceremonies, it went flat and with light backwind, pleasantly sunny days and nights with temperatures below freezing to the south to the famous Salar de Uyuni, the world-known salt desert. This is very good for funny photos and you might think that it is completely flat. In fact, one can see in it however the earth curvature, after a few kilometers slowly slowly islands emerge, which were not before seen. They are strewn with cacti, while no salt is found in the salt; A unique bizarre landscape.

Theoretically one can also camp on one of the islands, which many bike packers make, however I am not equipped for minus temperatures and wanted to leave the salt desert before the night. This venture was fatal, I was much too late and the desert much too big. Luckily! The sunset and the minutes thereafter were indescribable. These colors in the sky are in no photo with any camera to capture. Pure magic! The last 60km I drove completely in the dark, but the moon lit the desert a bit. I turned off the lights while driving and could not see the structure of the salt surface anymore. Because of the distance of the mountains and lights and the seemingly non-moving road, nothing moved. Nothing! Everything stood still. But I was riding a bicycle! It felt like a dream. Or as in a computer game with programming errors. The desert had enchanted me.

Even at night you can make funny photos. Until I reached the shore it was 22.30 clock and -1 ° C and with good luck I met the owner of a cheap guest house, which was built of salt blocks. Makes sense.

It went on over a lot of Gravelroad with many altitudes through small towns. The prices for a room were between 2.50 € and 5.00 €. Cheap prices exactly, if one due to the cold depends on the accommodations, perfect! At this point I MUST mention what kind and honest people the Bolivians are. While many of the many tourism in Peru seem to have made people seem a bit greedy and they were always trying to lure me one or the other dime extra from my pocket, even in small villages while eating on the roadside and I ALWAYS before for the price Had to ask, in order to escape a rip off, it was different here. Honest, down-to-earth, and hard-working, I would call the Bolivians. It was always fun to sit with the people on the street and sip a soup.

One last time we went up the mountain to 4300m. The wind blew so high that he pushed me up the last 15 heights of the mountain. Again and unreal feeling when you consider that the rider and horse together weigh about 135 kilos. So the Andes were conquered, it went down, I could finally gloves, cap, jacket, long trousers and co. And suddenly it was really tropical on the last kilometers.

From the border town of Bermejo, everything from Bolivia to Argentina is smuggled across the river, since in Argentina everything is at least twice as expensive. Of "smuggling" one can hardly talk. Hundreds of people cross the river with their boats, and they load the goods into the waiting vans.

So better both eyes on, the guys have dirt on the plug, I thought. When I wanted to spend my last Bolivianos on the road breeze, two guys dressed in civilian clothes came up to me, looked at the bike and shook my head in the sense of "no, that does not work." Then they said, "Passport please, immigration authority". I looked at the two gentlemen, looked at them and said "No." and continued eating. A small discussion between the guys and the other people who ate there broke out and a woman asked me if I had an ID. I said "Yes." And the guys asked for the identity card again. I said "No." and continued eating. The situation was a bit tense as no one knew exactly what the guys wanted. Then one of the two came suspiciously close, opened his jacket briefly, and showed his police march. I began to laugh. It was a brand in black with a gold plastic emblem on the "Policia" stand and you can buy at the market for probably 50 cents. I ate and ignored the guys, they had lost the game and they also saw it. They asked me where I was from, then said that everything was alright and disappeared.

The woman apologized for the situation and said that the guys probably did not come from Bolivia because their accent was different. To emphasize that the Bolivians are nice people and have nothing to do with such actions, they gave me a long sleeve from their sales stand, which was directly opposite. A good story to the conclusion, I was satisfied and could now cross the border. Gracias Bolivia!
Titicaca

Vicuñas

La Paz und seine Lamaföten

Ein Meteoritenkrater, irgendwo im nirgendwo

Salar de Uyuni

Der letzte Anstieg

Grenze zu Argentinien

BLOG #45 - ARGENTINA

On the first night in the city of Oran I got the hint that I can camp at the sports complex. It was a coincidence that in the sports hall the final of the city championship took place in basketball. Real basketball, with three referees, 250 spectators, emotions, a true basketball crime, pure joy on one side and real tears on the other. My heart blossomed. Shoutouts to all my BCG Ballers and Freibeuter from Berlin Friedrichshain. I miss you!

So the highlight of Argentina was already ticked off, there was still 800km completely flat and boring street with some small cities, which all looked the same. The people were friendly, but Argentina is relatively expensive and there is the worst bread in the world. Yes, if someone can evaluate, then I, because I am German and in Germany, there is the best bread in the world. In some countries, especially in Asia, there are no bakeries and maximum toast bread, i. These countries fall out of the competition. But in Argentina there was a panaderia in every smaller town, and all produced the same dry, partly tough, tough rolls, which resembled paper masks. Pooh!

I believe that Argentina is a very interesting and diverse country, but the extreme north is simply boring. But there is something like this on a long journey. Go to Paraguay!

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Stadtmeisterschaft Oran

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