BLOG EINTRAG #36 – El Salvador

In El Salvador dauerte es einige Minuten bis ich mich beruhigt hatte, da ich merkte, dass es vorerst nicht viel anderes als Guatemala ist. Ließt man sich die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes durch (wurden jedoch vor wenigen Tagen deutlich abgemindert), scheint es so, als gebe es keine Chance aus diesem Land lebendig rauszukommen, schon garnicht, wenn man mit dem Fahrrad hier entlang fährt. Tatsächlich waren die Leute aber eigentlich ganz nett und grüßten freundlich. Am ersten Abend lud mich sogar ein englisch sprechender Lehrer ein bei ihm zu übernachten. Ich fragte ihn, ob es für mich sicher sei und ob es auch für ihn und seine Familie sicher sei. Er überlegte kurz, vielleicht hatte er auch jemand gesehen und überlegte es sich anders. Er erzählte mir, dass hier in El Congo (Kleinstadt) die MS18 regiert und wir in Probleme geraten könnten und zeigte mir daraufhin eine günstige Hospidaje, wo ich für die Nacht bleiben konnte. Tatsächlich ist mit der MS18 und vorallem der MS13 (Mara Salvatrucha) nicht zu spaßen. Sie ist die vielleicht gefährlichste Gang der Welt und die Hemmschwelle zu morden ist extrem gering, auch wenn es nur um 50$ geht. Da sie aber hauptsächlich in den großen Städten tätig ist, umfuhr ich diese oder nutze lediglich die Hauptstraßen und hielt mich nicht lange innerhalb der Stadt auf. Pumpguns sieht man in El Salvador überall. Jeder Supermarkt, jedes größere Restaurant, jeder Getränkelaster muss gesichert werden. Auch das Subway-Restaurant am Pazifikstrand von La Liberdad wurde gesichert, da sich nur die High Society, zu der ich an diesem Tag mal gehören wollte, ein Sub leisten kann, während vor der Tür kleine Mädchen versuchen etwas Obst oder Nüsse zu verkaufen. Das ist so und ich lasse es unkommentiert. Das Schöne an meiner Reise ist natürlich auch, das Gefühl von Freiheit zu genießen. In einem Land wo man jedoch so extrem aufpassen muss, wo man hingehen kann und wo nicht, hat das nicht viel mit Freiheit zu tun, deswegen schaltete ich einen Gang nach oben und erreichte schon nach drei Tagen die Grenze nach Honduras. Ich ließ mir noch einen original salvadorischen Haarschnitt verpassen (wer kann sowas von sich behaupten?), tauschte ein paar Dollars in Lempiras und fuhr rüber.