BLOG EINTRAG #35 – Guatemala (Part2)

Durch den Hintergarten von irgendwelchen Leuten, ging es zur „Hauptstraße“ auf guatemaltekischer Seite. Dafür musste man sogar 1 Quetzal (0,12€) Wegzoll entrichten. Plötzlich sprachen jedoch alle wieder Spanisch, ich war also drüben. Eine Imigration gab es jedoch nicht und auch leider keinen zugedröhnten Dorfpolizisten, sondern garkeinen Polizisten, d.h. ich war erstmal illegal unterwegs. Scheinbar wird diese Grenze auch hauptsächlich für Drogenschmuggel, illegale Einwanderung, und solche Sachen benutzt. Nicht unweit sah ich zwei Security-Typen mit Pumpguns vor einem normalen Dorfhaus, kurz darauf ein Haus der Zeugen Jehovas und kurz darauf fuhr ein nagelneuer Pickup mit mindestens 90km/h auf dieser unfassbar kleinen und schlechten Schotterpiste an mir vorbei. Zusammenreimen konnte ich mir darauf noch nichts, Spekulationen behalte ich auch lieber für mich, aber etwas fragwürdig war das schon. Die einzigen Polizisten, die ich am nächsten Tag finden konnte, stellten aufgrund meinen Beschreibungen fest, dass ich ja illegal hier bin. Ich grinste und sagte „Jo!“. Einen Einreisestempel hatten sie natürlich auch keinen und erzählten mir, dass ich wohl nach Guatemala City müsste (übelster Umweg).

In Morales, der ersten Stadt, in der ich auch vorbeigekommen wäre, wenn ich die Fähre genommen hätte, ließ ich mein Bike bei Felizito, einem lustigen und liebenswürdigen Pfarrer, der in seinem Gottesdienst dennoch Hass gegenüber anderen Religionen und Homosexualität predigte und nahm einen Bus nach Puerto Barrios, wo die Fähre angekommen wäre, es also eine Imigration geben muss. Diese direkt gefunden, erzählten mir die zwei Typen, dass sie nur für den Seeweg zuständig sind. Ich sagte, es sei egal und nach zwei Minuten Diskussion drückten sie mir etwas widerwillig den Stempel in den Pass. Sie erzählten mir, dass diese Grenze, die ich nahm gefährlich sei und von Narcos benutzt wird. Ich sagte „und von den Zeugen Jehovas“. Wie auch immer, war in meinem Pass wieder alles korrekt und ich hatte, abgezogen der Busfahrt von ca. 3€ Roundtrip, fast 60$ gespart. In Richtung El Salvador, lernte ich Jhonny kennen, der mir erzählte, wie er als 21 jähriger 8000U$ an Menschenschleuser bezahlte, u.a. 4 Tage ohne Wasser durch die Wüste Texas lief während neben ihm die Menschen starben und er dann für 8 Jahre in den USA illegal arbeitete bevor er mit einem Batzen Geld zu seiner Familie zurückkehrte. Er brachte mich auf eine riesige Anlage auf der Kaffee getrocknet wurde. Der Boss freute sich und gab mir eine kostenlose Tour und erklärte mir alles über den Herstellungsprozess, u.a., dass die beste Qualität nach Mitteleuropa und USA verschifft wird und die mindere Qualität seinen Weg nach China findet. Insgesamt schätzte er den Wert der Bohnen auf dieser Anlage auf 5 Millionen U$. Im Grenzdorf haute ich noch meine letzten Quetzales für den Alltime Classic hier in Guatemala Pollo y Papas (Hühnchen mit Pommes) raus und rüber gings auf die Seite El Salvadors.