BLOG EINTRAG - #11 ARMENIEN

Genau wie mit Georgien, hatte ich in meinen Planungen nicht im Ansatz daran gedacht, durch Armenien zu fahren. An dieser Stelle möchte ich mich bei der PKK bedanken, da ich ohne sie dieses wahnsinnig schöne Land ausgelassen hätte. Im Voraus hatte ich mir mal den Straßenverlauf auf Google Maps reingezogen und war somit darauf vorbereitet, dass gute Aussichten mit Schmerzen zu bezahlen sind. In nur 10 Tagen sammelte ich über 10000 Höhenmeter (Tagesbestwert: 2170 Höhenmeter, Höchster Punkt: 2554 m ü.NN) und jetzt im Nachhinein, wo die Schmerzen gegangen sind und nur die Erinnerungen bleiben, kann ich sagen, dass sich jeder Meter gelohnt hat. Ein ums andere Mal stand ich einfach nur da und blickte minutenlang in die Ferne und konnte es nicht glauben, dass es wirklich wahr ist. Hier irgendetwas beschreiben zu wollen ist Unsinn, guckt euch gefälligst die Fotos an! (auch wenn diese noch weit von der Realität entfernt sind)

Die Straßen waren zwar nicht immer im besten Zustand, dafür war das Verkehrsaufkommen sehr gering. Ab und an gab es einen unbeleuchteten Tunnel, teilweise musste man Rinder-Slalom fahren und in den Bergen wurde man von der Ästhetik der jagenden Adler abgelenkt. In einigen Dörfern dachte ich, hier ist die Zeit vor etwa 60 Jahren stehen geblieben. Nicht, dass ich wüsste, wie es vor 60 Jahren aussah, aber genau so stell‘ ich mir das vor.

Die Nächte wurden teilweise sehr kalt, über 2000 m ü.NN sogar nur noch knapp über dem Gefrierpunkt. Temperaturen, für die ich nicht ausgerüstet bin. So campte ich zwar einige Male, z.B. bei Nairi und Melsida im Garten oder auf einem Bauernhof, aber um mich vor der Kälte zu schützen, gab es z.B. auch eine Nacht mit dem Kopf auf der Tischplatte in einer Tankstelle, eine Nacht auf einer Liege in der Küche eines Campingplatzes und eine Nacht in der Polizeistation. Alle Armenier, die ich kennenlernte, waren durchweg sehr freundlich und wahnsinnig hilfsbereit. So wollte mir sogar ein Campingplatzbesitzer den Zahlbetrag erlassen, weil ich kaum noch Cash hatte, nichts mehr zu essen für den nächsten Tag und er wusste, dass die nächsten 60km kein ATM, sondern nur miese Straße kommt. Dann konnte ich jedoch in Euro bezahlen und er gab mir das Rückgeld in Armenischen Dram zurück (und ein Gratis Bier obendrauf). Geflasht! vom Kloster Tatev, verbockte ich dann trotzdem was zu Essen zu kaufen. Ohne, dass ich fragte, schenkte mir einer etwas Gebäck, weil er gut fand, was ich da mache. Später, als es wirklich dringend wurde und die Dörfchen nichtmal mehr einen Mini-Market hatten, hielten mich vier gefährlich aussehende Typen an. Denen wollte man echt nicht nachts begegnen, aber hinter der Verbrecherfassade, steckten vier nette Kerle, die (ohne, dass ich fragte) erstmal ein dickes Picknick auf dem Kofferraum aufbauten und wir einige selbstgebrannte Schnäpse kippten. Don’t drink and drive, das gilt auch für mich!

Am letzten Tag lernte ich Perry und Ellen aus Deutschland kennen, die mit ihrem Caravan (Monster-Truck!) um die Welt fahren (www.innowan.de). Wir bereiteten uns seelisch und moralisch auf den Grenzübertritt zum Iran vor, aßen zusammen und vernichteten die letzten Alkoholreste, schließlich ist das im Iran nicht erlaubt … also, hab ich zumindest gehört. Ob man sich daran auch wirklich hält, wie lieb iranische Trucker sind, ob ich die angekündigte Selfie-Stick-Steinigung wirklich vollstrecken werde und wie man iranische Girls anbaggert, erfahrt ihr nächstes mal! Spreizt das Wort und bleibt abgestimmt! Bis dann!

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