BLOG EINTRAG #9 - TÜRKEI (Part 3)

Trabzon: Nachdem ich freitags zur Iranischen Botschaft gegangen bin, um die Referenznummer (25€ über Reiseveranstalter) und den Pass checken zu lassen, montags hin bin, um das Geld für das Visum zu überweisen (50€) sowie den Visumsantrag auszufüllen und sämtliche Kopien einzureichen, hielt ich es am Donnerstag in der Hand: Das Visum für den Iran! Draußen schaute ich mir das Prachtstück an: Valid from 08/09/15 till 08/09/15, dabei war es schon der 10/09/15. Ich hab zwar schon einige Entwürfe, aber ein Fehler in der Matrix hält meine Zeitmaschine vom Funktionieren ab. Also schnell zurück gehechtet und nochmal warten, aber dann zum Glück doch noch die korrigierte Version bekommen. Wenn das mal keine Fragen an der Grenze aufwerfen wird…

Als Luisa zurück nach Berlin flog, kam ich bei Ali unter. Der ist ein Freund von Bahar (nie gesehen), die eine Freundin von Emrah (2) ist, den ich wiederum über Onur kennengelernt habe, der wiederum ein Kumpel von Emrah (1) (Couchsurfing, Istanbul) ist. So läuft das nun mal in der Türkei, über fünf Ecken wird dir schon geholfen. Apropos Emrah (2): Den traf ich in Rize nochmal. Mit seiner Frau Sarah nahm er mich 25km mit ins Landesinnere in die Teeberge in ein kleines Dorf namens Delihsanli (Google Maps kennt es nicht) zu Sarahs Vater Ismael. Dort wurde ich in die hohe Kunst des Tee-Schneidens eingeführt. Ein Knochenjob. Meine Stärken sehe ich jedoch eher im Tee-Trinken. Am Abend wurde dann kräftig geschlemmt mit allerhand Leckereien und 2 Flaschen Raki. Die Dorfältesten, zu denen auch Ismael gehört, erzählten, dass ich nicht der erste „Tourist“ in diesem Dorf sei. „Es waren einmal zwei Männer und eine Frau aus England hier. Wann war das noch gleich? Achja, 1971!“ Ich ließ ein Bild von mir da, vielleicht wird man sich in 44 Jahren an mich erinnern. Als ich mich in aller Förmlichkeit für den tollen Abend (3 Uhr war Schluss) bedanken wollte, sagte einer der Männer: „Nichts zu danken. An erster Stelle sind wir Menschen, dann Deutsche oder Türken.“ Mit diesen weißen Worten im Kopf schaffte ich es endlich die Türkei hinter mir zu lassen. Der Himmel weinte (Tag 82, zum ersten Mal regen an einem Fahr-Tag), doch mir schien die Sonne ausm Arsch. LOOOOL! Georgia, here I come!

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