BLOG EINTRAG #39 – Costa Rica

In Costa Rica sind die Preise erschreckend hoch. Deutlich teurer als in Deutschland. Streetfood gibt es hier nicht, es ist aus Hygienegründen gesetzlich verboten. Meine Chance, um wieder gesund zu werden. Auch sonst ist hier alles sehr ordentlich, saubere Straßen, kaum Leute, die auf der Straße rumhängen, weil sie nichts zu tun haben, viele neue Autos usw. Und vorallem keine Fremdenfeindlichkeit! D.h. Micha und ich trauten uns auch wieder, einfach Leute zu fragen, ob wir bei ihnen im Garten zelten können. Gleich in der ersten Nacht landeten wir bei einem „Bauer“ im Garten, der uns einen Platz zeigte, wo wir campieren können. Tiere gab es aber auf diesem Bauernhof nicht, nur 3 angeleinte Hunde, taktisch geschickt verteilt im Garten, die mächtig bellten. Es gab auch keine Familie, nur zwei andere Typen, die noch dort lebten. Das war mir etwas suspekt, aber wir waren ja auch zu zweit, also war es mir egal. Es war dunkel, wir aßen im Lichtkegel der Straßenlaterne zu Abend und als wir gerade fertig waren und zu unseren Zelten gingen, kam ein Kleinbus mit etwa 6 männlichen und 4 weiblichen Personen vorbei und sie betraten rasch das Grundstück. Sie versammelten sich und ein Typ mit Taschenlampe erklärte irgendwas. Als ein Auto vorbeifuhr, duckten sich plötzlich alle. Hier roch es mal wieder nach illegaler Einwanderung, wahrscheinlich von Nicaraguanern. Ich versteckte mich hinterm Zelt, dass der Schleuser nicht sieht, dass wir sie gesehen haben, um zu vermeiden, dass er uns aus Sicherheitsgründen verschwinden lassen muss. Micha the Eagle jedoch, hatte gerade festgestellt, dass er sich im Supermarkt einen halben Liter Milch gekauft hatte, ging an mir vorbei und setzte sich mitten in den Lichtkegel der Straßenlaterne, um seine Euterlimonade in etwa 15 Meter Entfernung und im vollen Sichtfeld der Nicaraguaner zu genießen. Ganz entspannt guckte er sich an, wie jeder dem Schleuser Geld in die Hand drückte, bevor sie irgendwo zwischen den 2 – 3 Häuschen verschwanden. Ich schickte noch die GPS Daten per SMS an meinen Bruder und hoffte, dass ich den nächsten Tag noch erlebe. Micha war ganz entspannt, die Milch hatte echt gut geschmeckt. However, überlebten wir die Nacht. Ich hab schon bei der Polizei gezeltet, Feuerwehr, Roter Halbmond, Kirchen, etc., jetzt kann ich auch die Menschenschmuggler ins Portfolio aufnehmen. Zwei Tage später trennten sich unsere Wege jedoch schon wieder, er musste schnell nach Panama City, wo sein Flug nach Hause abhebt, ich machte mich hoch in die Hauptstadt nach San Jose. 100km, mehr als 1700 Höhenmeter, einer der stärksten Gegenwinde der Tour, dazu eine extrem gefährliche Stadtautobahn und die letzten 16 Tage ununterbrochen gefahren. Ich habe schon immer viel Sport gemacht, aber so kaputt war ich in meinem Leben noch nicht. Am Tag danach konnte ich nur schwerfällig laufen und selbst sitzen war mir teilweise zu anstrengend. Zum Glück hatte ich einen Kontakt von einem Deutschen in San Jose lebenden Unternehmer erhalten, bei dem ich ausspannen konnte. Homepage geupdated, neue Bremsen ans Fahrrad montieren lassen und Flug gebucht. Von Panama nach Kolumbien am 16ten Februar. Das muss sein, denn es gibt keine Straße, nur Dschungel, den man sogar passieren könnte, aber realistisch gesehen wahrscheinlich von Drogenhändlern ermordet wird. Insofern geht’s halt mal wieder in die Luft, um die Flyness unter Beweis zu stellen. Ich bin gespannt, wie die panamaischen Bananen so schmecken, bis dahin.