BLOG EINTRAG #10 - GEORGIEN

Endlich wieder Bierpreise, mit denen ich arbeiten kann, die Kopftücher plötzlich verschwunden, Casino hier, Casino da, leicht bekleidete Damen auf der Reklame für den Carwash und die ein oder andere Kuh, die rücksichtslos auf der Straße rum lief, wollte mir wohl schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf Indien geben. Stichwort „rücksichtslos“: Falls mal jemand durch Georgien radeln will, möge er oder sie sich vor den LKW-Fahrern in Acht nehmen. Viele können’s, einige nicht. Dumm nur, dass sie unwesentlich stärker sind als ich. Nach dem ein oder anderen sehr knappen Überholmanöver eines 40-Tonners, war ich so erbost, dass ich kraftvoll mit meiner kleinen roten Fahrradklingel klingelte, um diesen Halunken zu zeigen, dass ich dieses rustikale Fahrverhalten nicht tolerieren kann. Entschuldigt hat sich bis heute keiner. Frechheit!

Am ersten Abend in Batumi, lernte ich Carmen, eine vegan-lebende Weltumradlerin kennen, die sich u.a. für den Veganismus stark macht. Nachdem sie mir von ihren Ansichten erzählt hatte, kaufte ich mir vor ihren Augen erstmal ein dickes Stück Salami. Ein unpassender Zeitpunkt, aber endlich gab’s mal wieder was Gescheites aufs Brot! Denn so geil die Türkische Küche auch ist, beim Thema Wurst sind die Türken eins zu früh abgebogen.

Im Mittelteil zwischen Batumi und Tiflis wurde es dann landschaftlich traumhaft, eine Traumhaftigkeit, die Schmerzen in Form von Bergen mit sich brachte. Ich hätte nicht erwartet, dass ich genau hier, in dieser dörflich idyllischen Gegend, zum ersten Mal seit drei Monaten wieder ein paar Schüsse Richtung Basketballkorb abfeuern darf. Mehr als „Richtung“ war es aber auch nicht, denn jeder Wurf war mit Abstand zu kurz. Schon erstaunlich, wie sehr die Armmuskeln beim Radfahren eingehen. Immerhin weniger Windangriffsfläche … und dabei war ich doch so ein Schrank! Jedoch stellte ich fest, dass man mit Rindern sehr gut Pick-and-Roll spielen kann (stellen sehr solide Blocks) und dass Hunde knochenharte Verteidiger sind (sehr agressive Defense). Trotz mieser Leistung schenkte man mir zwei Liter selbstgemachten Weißwein und noch frischen Kaffee und Trauben zum Frühstück.

Am vierten Tag in Georgien leistete ich mir ein Wettrennen mit meinem Rückenwind. Die Auswertungen ergaben, dass er mit mehr Ausdauer im Schlussteil davon zog. Ich tippe auf Doping, doch es wird schwer, ihm etwas nachweisen zu können. In Tiflis angekommen, sah ich eine moderne Stadt mit allerhand Hipstern, Rockern und Alternativen und dachte mir, das ist das Berlin des…der…was eigentlich? Der Kaukasusregion. Aber gehört Georgien nun zu Asien oder Europa? Keiner weiß es, aber für mich gehört es ganz klar zu Europa. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Asien so schnell hinter mir lasse…

Nach nur sechs Tagen war das faszinierende Georgien auch schon durchquert und es geht weiter in das nächste Land. Und warum dieses weder Beinenien noch Reichenien heißt, erfahrt ihr in der nächsten Episode von „Klamauk und Stuss im Kaukasus“. Bis dann!

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Georgischer Tunnel
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Georgische Lebkuchenfrauen
Georgische Obst- und Gemüßefrau
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Georgischer Platzwart
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Georgische Kirche von außen
Georgische Kirche von innen ->
Georgische Kirche von außen
Er hat mit Abstand den längsten!
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Georgische Hauptstadt
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